Kommunales Einsatzzentrum Radenthein
Anerkennungen zum Kärntner Landesbaupreis 2026Architektur: Acheiberlammer Architekten ZT GmbH
Bauherr: Gemeinde Radenthein
Jurybegründung
Für die Gebäudehülle eines aufgelassenen Nahversorgers versucht die Stadtgemeinde Radenthein neue Nutzungen zu finden. Lobend wird hervorgehoben, dass die Gemeinde für Überlegungen in der Phase 0 eine Nutzungsstudie an das Architekturbüros Hohengasser Wirnsberger Architekten ZT GmbH vergibt. Darin werden die bisher in der Stadt verteilten Institutionen Wirtschaftshof, Feuerwehr, Flugund Bergrettung für eine Nachnutzung des Leerstandes vorgeschlagen. Durch die Lage des Gebäudes an der B 98 ist der Standort für diese Einsatzorganisationen geradezu prädestiniert.
Den auf der Nutzungsstudie basierenden und ausgeschriebenen Wettbewerb gewinnt das Büro Scheiberlammer Architekten ZT GmbH. Es gelingt ihnen, alle Anforderungen mit entsprechenden Adaptionen unterzubringen. Auf der vorderen Straßenebene fahren Feuerwehr und Bergrettung aus. An der Rückseite im Untergeschoss, welches sich durch eine Geländekante ergibt, liegt die Zufahrt des Wirtschaftshofes. Hier wird zugleich eine Hochwasserschutzwand errichtet.
Eine gemeinsame Dachplatte fasst alle Nutzungen zusammen. Im Inneren wird das Bestandsgebäude an die erforderlichen Raumhöhen angepasst und ergänzt. Feuerwehr und Bergrettung haben gesonderte Zugänge. Kurze Wege und klare Orientierung gelingen in der Planung durch eine west-ost gerichtete Magistrale. Synergien ergeben sich durch die gemeinsame Nutzung eines zentralen multifunktionalen Saales und der Sanitärräume. Der Wirtschaftshof ist über eine zentrale Treppe angebunden.
Das Gebäude wurde thermisch saniert, das Dach extensiv begrünt. Robuste Materialien im Ausbau wie an der Fassade sollen einen geringen Wartungsaufwand sicherstellen. Ein sichtbares Zeichen der Feuerwehr setzt der Schlauchturm an der Ecke der B98. Besonders hervorzuheben ist der behutsame und zugleich aufwertende Umgang mit dem Bestandsobjekt sowie die effiziente Nutzung räumlicher Ressourcen durch gemeinsam nutzbare Räume.