Bio-Urnen Friedhof „Paradies am Dom“
Anerkennungen zum Kärntner Landesbaupreis 2026Architektur: ABEL und ABEL Architektur ZT GmbH
Bauherr: Dompfarre Klagenfurt, Dompfarrer Dr. Peter Allmaier
Jurybegründung
Inmitten von Klagenfurt schafft das Projekt »Paradies am Dom« einen besonderen Ort der Bestattungskultur. Im Auftrag der Dompfarre realisierten ABEL und ABEL Architektur ZT GmbH gemeinsam mit Walch Landschaftsarchitektur einen Friedhof für biologisch abbaubare Urnen. Ohne den Aufwand privater Grabpflege ermöglicht die Anlage im Hemmahof ein würdevolles Gedenken in direkter Nachbarschaft zum Dom und zum urbanen Alltag.
Der Hof wurde zunächst „aufgeräumt“ und von heterogenen Bodenbelägen sowie Bepflanzungen befreit. Die neue Anordnung der Urnenfelder in der Mitte schafft einen freien Rundgang entlang der Gebäude. Zwei leicht erhöhte Urnenfelder rahmen einen kleinen, zentralen Platz, der aus sieben Fertigteilen besteht (als Symbol für Vollkommenheit, aus der Summe der Zahl drei als Symbol für das Göttliche und der Zahl vier als Symbol für das Weltliche). Dieser Platz weitet sich zur Nordwand auf und schafft Raum vor dem Domportal. Hier wird die historische Eingangssituation vor den 1970er Jahren wiederhergestellt und ablesbar gemacht. Nach außen zur Domgasse wirkt die Tür als klar definierter, beleuchteter Zugang.
Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Architektur den Themen Abschied und Trauer mitten im Alltag Raum gibt. Spannend ist die Balance zwischen der Stille der Klagenfurter Altstadt und den offenen Mauern, die bewusst zur Begegnung einladen.
Mitten im Trubel der Altstadt ist mit dem »Paradies am Dom« ein besonderer Rückzugsort entstanden. Die Jury betont das gelungene Zusammenspiel von Gemeinschaft und Abschied, das in dreijähriger Teamarbeit geplant wurde. Dank der offenen Mauern und der Wildblumenbeete, die auf biblische Szenen verweisen, wirkt der Friedhof wie eine „wohltuende Oase“. Wie ein schützender Vorhang aus Metallrechtecken grenzt das goldene Gewebe den Garten von der öffentlichen Passage ab. Die eingravierten Namen der Toten machen diese feinsinnige Architektur zu einer tiefgründigen Trägerin des Gedenkens.